

Bulgarien
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Politische Beziehungen
Die deutsch-bulgarischen Beziehungen sind Teil der auf die euro-transatlantische Integration Bulgariens gerichteten Außenpolitik. Die bilateralen Beziehungen sind gut und von einer regen Besuchsdiplomatie in beiden Richtungen getragen. Förmliche Grundlage der Zusammenarbeit ist der deutsch-bulgarische Vertrag vom 09.10.1991. Im Deutschen Bundestag und in der bulgarischen Volksversammlung bestehen Parlamentariergruppen, die sich speziell der Pflege der bilateralen Beziehungen widmen. Einige der deutschen politischen Stiftungen sind in Sofia vertreten (Konrad-Adenauer-Stiftung, Friedrich-Ebert-Stiftung, Hanns-Seidel-Stiftung).
Die Berichterstattung über und aus Deutschland nimmt breiten Raum in den bulgarischen Medien ein. Sie richtet sich auf wirtschaftliche und außenpolitische, besonders europapolitische Fragen (Osterweiterung der EU). Besonderes Interesse gilt dabei Deutschlands Rolle als Motor weiterer europäischer Integration und Befürworter der EU-Osterweiterung. Im Rahmen des Stabilitätspakts für Südosteuropa engagiert sich Deutschland mit Projekten der regionalen Journalisten Aus- und Fortbildung in Sofia.
Im Bereich der militärischen Zusammenarbeit besteht ein bilaterales Ausbildungsprogramm, deutsche Unterstützung gibt es unter anderem bei der Unteroffiziersausbildung.
Bulgarien erhält auch nach dem NATO-Beitritt des Landes (29.03.04) für eine Übergangszeit spezielle Ausbildungshilfen.
Wirtschaftliche Beziehungen
Ein bedeutender Anteil ausländischer Investitionen in Bulgarien kommt aus Deutschland, und auch im Jahr 2003 war Deutschland der wichtigste Handelspartner. Im selben Jahr überstieg der bilaterale Handelsumsatz erstmals die Zwei-Milliarden-Marke (2,1 Mrd. Euro; das bedeutet einen Zuwachs von 10,1% im Vergleich zum Vorjahr). Die bilaterale Handelsbilanz ist dabei für Deutschland weiterhin positiv (458 Mio Euro). Bulgarien genießt auch in deutschen Wirtschaftskreisen den Ruf eines stabilen Faktors in Südosteuropa.
Zur Förderung der bilateralen Wirtschaftbeziehungen besteht ein in sechs Arbeitsgruppen gegliederter deutsch-bulgarischer Kooperationsrat unter Vorsitz des Bundeswirtschaftsministeriums. Besonderes Engagement in Bulgarien zeigen zudem die Bundesländer. Seit Februar 2004 kümmert sich die neu gegründete deutsch- bulgarische Handelskammer in Sofia um eine intensive Förderung der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen.
Deutschland unterstützt den Transformationsprozess in Bulgarien auch im Rahmen der bilateralen sogenannten Wirtschaftlichen Zusammenarbeit (WZ): Schwerpunkte sind die Förderung der Wirtschaftsreformen und der Landwirtschaft sowie die Unterstützung der öffentlichen Verwaltung. Der deutschen WZ geht es dabei in erster Linie um eine nachhaltige Entwicklung des bulgarischen Mittelstandes.
Grössere Städte sind Bourgas, Sofia und Varna.
Kulturelle Beziehungen
Grundlage der kulturellen Beziehungen ist das Kulturabkommen vom 19.03.1996. Am 20. März 2000 wurden darüber hinaus das Lehrerentsende- und das Schulabkommen unterzeichnet. Derzeit bestehen über 100 Kooperationen mit ca. 50 deutschen Hochschulen.
Deutsch als Fremdsprache ist weit verbreitet, auch unter der jüngeren Generation.. Nach Englisch, aber noch vor Französisch und Russisch, ist Deutsch die an bulgarischen Schulen am zweithäufigsten unterrichtete Sprache. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) unterstützt den Aufbau deutschsprachiger Studiengänge und Fakultäten. Der wissenschaftliche Austausch wird durch jährlich jeweils ca. 150 Stipendien des DAAD und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) sowie mit Forschungsstipendien der Alexander-von-Humboldt-Stiftung gefördert. Derzeit findet intensiver Deutschunterricht an 47 Fremdsprachengymnasien und an 19 allgemeinbildenden Schulen statt. Zur Unterstützung des Deutschunterrichts arbeiteten im Schuljahr 2002/2003 23 entsandte Lehrkräfte an 13 bulgarischen Schulen sowie derzeit fünf Lektorinnen und ein Lektor an germanistischen Abteilungen der Universitäten.
Sprachkurse und Programme des Goethe-Instituts werden stark frequentiert.
Das Goethe-Institut unterstützt über 20 bulgarisch-deutsche Freundschafts- und Kulturgesellschaften und hat drei Lesesäle in Plovdiv, Russe und Varna eingerichtet.
Quelle - auswärtiges Amt