

Dänemark
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Politische Beziehungen
Die deutsch-dänischen Beziehungen sind in Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft eng und entwickeln sich im wesentlichen ohne staatliche Einflussnahme. Die politischen Beziehungen sind problemfrei. Höhepunkt in letzter Zeit waren der Staatsbesuch von Bundespräsident Johannes Rau in Dänemark vom 24.-26.04.2002, der Besuch der dänischen Königin Margrethe II. in Lübeck am 5. September 2003 aus Anlass der Ausstellungseröffnung "Dänen in Lübeck 1203 - 2003", der Besuch von Bundestagspräsident Thierse im November 2003 sowie - anlässlich der 1200-Jahr-Feiern der Stadt - der Besuch der dänischen Königin Margrethe II. in Schleswig am 27.07.2004, wo sie auch mit Bundespräsident Horst Köhler zusammentraf.
Wirtschaftsbeziehungen
Die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen sind intensiv und eng: Deutschland liegt mit einem Anteil von 23% bei der Einfuhr und knapp 19% bei der Ausfuhr (2003) weiterhin an erster Stelle im dänischen Außenhandel. Umgekehrt lag Dänemark bei den deutschen Ein- und Ausfuhren jeweils auf dem 19. bzw. 17. Platz. Deutschland führt aus Dänemark insbesondere Lebensmittel, Möbel, Kleidung und Arzneimittel ein, und Maschinen, Fahrzeuge, Chemikalien und Metallwaren dorthin aus. Dänische Unternehmen beschäftigen in Deutschland mehr als 25.000 Mitarbeiter. Besonders bekannt sind Firmen wie Netto, Dänisches Bettenlager, Rockwool, Velux, Carlsberg oder Danfoss. Umgekehrt haben viele deutsche Unternehmen Tochtergesellschaften in Dänemark.
Nach der Eröffnung der festen Verbindungen über den Großen Belt und den Öresund besteht starkes dänisches und auch schwedisches Interesse an einer festen Verbindung über den Fehmarn Belt.
Kulturaustausch
Die engen kulturellen Verflechtungen zwischen Deutschland und Dänemark gehen Jahrhunderte zurück. Das dänische Reich hatte in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts noch ca. ein Drittel deutschsprachige Bürger und reichte bis an die Elbe (der Hamburger Stadtteil Altona war zweitgrößte Stadt des dänischen Reiches).
Von zentraler Bedeutung für den Kulturaustausch ist die Tatsache, dass die Deutschkenntnisse in Dänemark wesentlich besser sind als in vielen anderen europäischen Ländern. Deutsch ist weiterhin nach Englisch die zweite Fremdsprache in den meisten Schulen und findet insbesondere an den Volksschulen weiterhin hohe Akzeptanz. Etwa 85% aller dänischen Schüler lernen (mindestens) 2-3 Jahre Deutsch. Die deutsche Seite trägt zu der guten Infrastruktur durch das Goethe Institut, einen Fachberater und einen DAAD-Lektor, durch Unterstützung zweier Schulen in Kopenhagen sowie durch die Schulen der deutschen Minderheit in Nordschleswig aktiv bei. Die St. Petri-Schule (seit 1575) in Kopenhagen ist die älteste deutsche Auslandsschule. Sie ist eine dänische Privatschule, in der zu gleichen Teilen in deutscher und dänischer Sprache unterrichtet wird und die bis zur 9. Klasse führt. Im Juni 2001 wurde erstmals ein deutsch-dänisches Abitur am Zahles Gymnasium, einer renommierten Kopenhagener Privatschule, die auch Absolventen der St. Petri-Schule in ihren so genannten Petri-Zweig aufnimmt, vergeben. Dieser Abschluss berechtigt ohne weitere Prüfungen zum Hochschulstudium in Dänemark und Deutschland. In Apenrade besteht seit 1930 das Deutsche Gymnasium für Nordschleswig.
Kopenhagen hat zwei deutsche evangelische Gemeinden sowie eine deutschsprachige katholische Gemeinde. Am 20. Februar 2000 wurde das 425-jährige Bestehen der St. Petri-Gemeinde Kopenhagen und der St. Petri-Schule im Beisein von Königin Margrethe II. und Bundespräsident a.D. Richard von Weizsäcker gefeiert, der als Kind diese Schule besuchte.
Neben der offiziellen Präsenz gibt es eine unüberschaubare Vielfalt im Kulturaustausch zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Dänemark, das mit seinen vielen Festivals, Museen, Spielstätten und Galerien eine große Anziehungskraft auf deutsche Künstler ausübt. Das Goethe-Institut in Kopenhagen unterstützt diese Tendenzen im Rahmen seiner vielfältigen Programmarbeit.
Quelle - auswärtiges Amt