Iran

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Politische Beziehungen

Die diplomatischen Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Islamischen Republik Iran erlebten in den letzten Jahren zum Teil erhebliche Spannungen. Die Urteilsverkündung im so genannten Mykonos-Prozess im April 1997, bei der ein Berliner Gericht die Verwicklung iranischer Stellen in einen Mordanschlag aus dem Jahr 1992 feststellte, führte zu einer längeren Krise. Erst im Jahr 2000 erreichten die Beziehungen wieder eine tragfähige Grundlage. Nach dem erfolgreichen Besuch von Präsident Khatami in Deutschland im Juli 2000 nahm der beiderseitige Besucheraustausch deutlich zu. 2003 besuchten der Menschenrechtsausschuss des Deutschen Bundestages, der Auswärtige Ausschuss und Alt-Bundespräsident Dr. Richard von Weizsäcker Teheran in Iran. Bei Besuchen von Bundesaußenminister Fischer in Teheran im Oktober 2003 und des iranischen Außenministers Kharrazi in Berlin im Mai 2004 standen die Klärung offener Fragen in Bezug auf das iranische Nuklearprogramm und die Lage in der Region im Mittelpunkt.

Wirtschaftliche Beziehungen

Auch 2003 setzte sich der Aufwärtstrend in den Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und Iran (insbesondere bei den deutschen Exporten) fort.

Kulturelle Beziehungen

Neben der deutschen Botschaft sind in Teheran das Deutsche Archäologische Institut, die Deutsche Botschaftsschule Teheran und das Deutsche Sprachinstitut und seit Herbst 2003 eine DAAD-Lektorin vertreten. Eine evangelische Kirchengemeinde wird von einem deutschen Pfarrer geleitet. Auf dem Gebiet des Wissenschaftsaustauschs besteht zwischen Deutschland und Iran eine traditionell gute Zusammenarbeit. Eine ganze Generation iranischer Wissenschaftler wurde an deutschen Hochschulen ausgebildet. Ein wichtiger Meilenstein war 2003 die Unterzeichnung eines Partnerschaftsvertrages zwischen der FH Aachen-Jülich und der Sharif-Universität Teheran zur Einrichtung eines Studienganges der FH in Teheran. Im September 2003 fand das erste Symposium des Deutsch-Iranischen Alumninetzwerkes auf Initiative der Universitäten Kassel, Marburg und Göttingen, unterstützt durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und durch den DAAD, in Teheran statt. Das nächste wird im April 2004 in Esfahan stattfinden.

Ein deutsch-iranischer Mediendialog, an dem sowohl Vertreter der Regierungen und staatlicher Medieninstitutionen als auch Vertreter der Medien selbst teilnehmen, wurde mit einem Treffen in Teheran 2002 begonnen und im Dezember 2003 in Berlin fortgesetzt.

Am Fadjr-Kulturfestival 2004 beteiligte sich von deutscher Seite das Theater Mülheim an der Ruhr. Der Stand der Frankfurter Buchmesse auf der Teheraner Internationalen Buchmesse 2003 hatte regen Zulauf. Auch im Mai 2004 wird Deutschland wieder mit einem Stand vertreten sein. Eine französisch-deutsche Kulturwoche in Esfahan wurde im Herbst 2003 erfolgreich durchgeführt. Es gastierten u.a. das Theater im Marienbad und die Musikgruppe FisFüz. Für Mai 2004 ist eine IfA-Ausstellung mit Bildern von Gerhard Richter im Teheraner Museum für zeitgenössische Kunst geplant.

Quelle - auswärtiges Amt