

Israel
Unter Linienflüge oder Billigflug bzw Billigflüge können Sie direkt Ihre Flugbuchung vornehmen bzw. Ihre Flugtickets online buchen.
|
Politische Beziehungen
Die Beziehungen zwischen Deutschland und Israel sind eng und freundschaftlich. Sie sind geprägt von der geschichtlichen Erfahrung des Holocaust. Seit Aufnahme der diplomatischen Beziehungen im Jahre 1965 sind nicht nur im politischen Bereich viele enge Kontakte zwischen Deutschen und Israelis entstanden oder wieder aufgelebt.
Die außerordentliche Dichte und Vielzahl politischer Besuche ist sichtbares Zeichen dieser positiven Entwicklung. Im vergangenen Jahr haben u.a. der Bundespräsident (mehrfach), Bundestagspräsident Thierse, Bundesminister Fischer (mehrfach) Bundesminister Schily, Bundesministerin Zypries sowie mehrere Bundestags- und Landtagsabgeordnete Israel besucht. Der israelische Präsident Katsav war im Dezember 2002 auf Staatsbesuch in Deutschland. 2003 besuchten u.a. Außenminister Shalom, Justizminister Lapid, Infrastrukturminister Paritzky, Minister Sharansky sowie mehrere Knessetabgeordnete Deutschland.
Besondere Merkmale der Beziehung sind über 100 Städte- und Kreispartnerschaften sowie ein umfangreich geförderter, erfolgreicher Jugendaustausch. Dieser Austausch soll dazu beitragen, die bilateralen Beziehungen auf ein breites, von Kenntnis des jeweiligen Partners geprägtes Fundament zu stellen und Vorurteile abbauen helfen.
Die deutsche Außenpolitik in Bezug auf Israel wird vom Nahostkonflikt geprägt. Als aktiver Partner in der EU verfolgt und unterstützt Deutschland die Friedensbemühungen im Nahen Osten im Rahmen der so genannten road map. In den Vereinten Nationen setzt sich Deutschland für einen fairen, ausgewogenen Umgang mit den Konfliktparteien im Nahen Osten ein. In der EU unterstützt Deutschland die aktive Einbindung Israels im Rahmen des Barcelona-Prozesses (Partnerschaft mit den Mittelmeer-Anrainern).
Wirtschaftsbeziehungen
Deutschland ist nach den USA zweitwichtigster Handelspartner Israels. Bei den deutschen Lieferungen dominieren Maschinen und Fahrzeuge sowie chemische Erzeugnisse. Bescheidenen Umfang haben bisher deutsch-israelische Gemeinschaftsunternehmen, die jedoch in letzter Zeit zugenommen haben. Einen Anfang hat VW mit einem Joint Venture mit Dead-Sea-Works zur Magnesium-Gewinnung gemacht. Weitere Direktinvestoren sind u.a. Siemens, Henkel und SAP. Auch für die Zukunft wird eine positive Weiterentwicklung dieses Trends erwartet.
Kultur- und bildungspolitische Beziehungen
Die kulturpolitische Arbeit in Israel wird maßgeblich bestimmt durch die Vielschichtigkeit und Heterogenität der israelischen Gesellschaft sowie das arabisch-muslimische Umfeld und die schwierige Sicherheitslage angesichts der über dreijährigen gewalttätigen Intifada.
Insbesondere die Sicherheitslage hat unmittelbare Auswirkungen auf Ausmaß, Intensität und Niveau der kulturellen Aktivitäten in Israel. Die Präsenz ausländischer und damit auch deutscher Künstler ist stark gesunken. Unsere Bemühungen, den kulturellen Austausch gleichwohl fortzuführen, werden von Israel als besonderes Zeichen der Solidarität hoch geschätzt.
Die israelische Gesellschaft ist zudem von vielfältigen ethnischen, sozialen, religiösen und politischen Bruchlinien durchzogen und durch ihre heterogenen Bevölkerungsgruppen (jüdische Bevölkerungsmehrheit und arabische Minderheit; säkulare und religiöse Kräfte; sephardische und aschkenasische Juden; russische Neueinwanderer und alteingesessene Bevölkerung; "Tauben" und "Falken" bezüglich des Friedensprozesses) geprägt. Die fortwährende Auseinandersetzung zwischen diesen Strömungen bei gleichzeitiger Suche nach Bewahrung kultureller Identität führt insgesamt zu beachtenswerter Kreativität, hoher Qualität und Vielfalt kultureller Ausdrucksformen.
Die enge Verzahnung von Judentum und Christentum, die Beiträge der Juden zur europäischen wie deutschen Geistesgeschichte, die europäischen Wurzeln des Zionismus und bei der Ausgestaltung des modernen Israels einerseits, aber eben auch Judenverfolgung und Judenvernichtung andererseits bestimmen auch den besonderen Charakter der deutsch-israelischen Kulturbeziehungen.
Das Netz der kulturellen Akteure und Institutionen in Israel erfasst praktisch alle relevanten gesellschaftlichen Gruppen und arbeitet trotz der widrigen Umstände intensiv vor Ort weiter. Von den vielen Kulturmittlern/Institutionen sind u.a. zu nennen:
· die Goethe-Institute in Tel Aviv und Jerusalem,
· die DAAD-Lektoren und -Dozenten in Jerusalem, Haifa, BeerSheba und Tel Aviv,
· die politischen Stiftungen der Parteien (die über ihre politische Bildungsarbeit zum kulturpolitischen Dialog beitragen),
· die Vielzahl der Kirchen und kirchlichen Institutionen,
· die Bundesländer, Kommunen (besonders in Form der ca. 100 Städtepartnerschaften) und zahlreichen privaten Stiftungen (z.B. Bertelsmann, Bosch, Bucerius, Springer, Thyssen und Volkswagen).
Die wichtigsten Zielgruppen aller Kulturmittler sind
· das säkular-liberale Publikum aller Altersstufen,
· das studentisch-intellektuelle Publikum als die Entscheidungsträger und Multiplikatoren von morgen (das Durchschnittsalter der israelischen Bevölkerung liegt bei ca. 25 Jahren),
· die professionellen Multiplikatoren in den verschiedenen kulturellen Institutioenen und Einrichtungen im Lande.
Schwerpunkte der Kultur- und Bildungsarbeit:
· der Aufbau von Netzwerken zur Nachbetreuung ehemaliger Studenten, Stipendiaten, Künstler nach Abschluss ihrer Projekte sowie der Nachkommen älterer Einwanderergenerationen und Neu-Einwanderer aus Deutschland,
· der persönliche Austausch durch Jugend-, Schüler- und Lehreraustausch sowie von Studenten und Wissenschaftlern (unterstützt durch eine Vielzahl von Stipendienprogrammen),
· die Vermittlung eines aktuellen Deutschlandbildes, um zu zeigen, dass das deutsch-jüdische Verhältnis trotz der Zeit des Nationalsozialismus nicht 1945 endet, sondern dass das heutige Deutschland mit den von ihm vertretenen Werten sich zu einer der führenden modernen Gesellschaften und Staatswesen entwickelt hat,
· die Förderung der deutschen Sprache an israelischen Schulen, Universitäten und durch die Sprachabteilungen der Goethe-Institute (eine deutsche Schule besteht nicht),
· die Förderung des Studien- und Wissenschaftsstandorts Deutschland durch sog. Hochschulmarketing,
· die Zusammenarbeit im natur- und geisteswissenschaftlichen Bereich durch eine Vielzahl von Universitäten und Instituten (zur Zusammenarbeit im Wissenschaftsbereich siehe unten).
Der angestrebte Abschluss eines Kulturabkommens besitzt für beide Seiten hohen inhaltlichen wie symbolhaften Wert und wird nicht nur von den beteiligten Kreisen des Kulturlebens nachdrücklich gefordert.
Quelle - auswärtiges Amt