Kentucky

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Kentucky wird zu den Südstaaten der USA gezählt und trat als 15. Bundesstaat der Union bei. Der Name des Staates Kentucky rührt vom indianischen Wort der Irokesen Ken-tah-ten, was sinngemäß "Land der Zukunft" bedeutet. Bekannt ist er als "Bluegrass State", womit die von März bis April blaugrün blühenden Grasweiden gemeint sind.

Allgemeines

Kentucky und seine etwa 4 Millionen Einwohner sind am meisten bekannt für ihre Vollblutpferde, das berühmte Kentucky Derby und die hiesigen Whiskey-Brauereien. Die Bewohner wissen je nach Sachlage nicht genau, ob sie sich zu den Nord- oder Südstaaten zählen sollen. Und so wundert es nicht, dass zwei ihrer berühmtesten Söhne als Präsidenten während des Sezessionskriegs als politische Gegner auf verschiedenen Seiten standen: Abraham Lincoln als Präsident der Union und Jefferson Davis als der Präsident der Konföderation.

Geschichte

Kentucky ist einer der vier Staaten, die sich selbst als Commonwealth bezeichnen. Ursprünglich war Kentucky ein County Virginias. Allein zehn der Verfassungskonvente fanden im Gerichtshaus von Danville, Kentucky, 1784-1792 statt.

Aus urgeschichtlicher Zeit des Tertiär und des Pleistozän stammen zahlreiche Knochenfunde von Mammuts oder Mastodons, die der französische Hauptmann Carles Lemoyne de Longueil als erster Europäer 1739 am "Big Bone Lick" im heutigen Boone County entdeckte. Im Umfeld einer Salz-Schwefel-Quelle waren offensichtlich hunderte von Großsäugern verendet und deren Knochen erhalten geblieben. Die dortigen Gewässer waren bis 1812 als Salinen geschätzt und zwischen 1815 bis 1830 sogar für ihre Kurwirkung bekannt. US-Präsident Thomas Jefferson schickte eigens eine Expedition an diesen Ort, um einige Knochen in seine Sammlung aufzunehmen.

Seit etwa 20 Jahren wird die äprhistorische Vergangenheit durch die Archäologie in sechs Unterabschnitte geteilt. Diese umfassen einen Zeitraum von 13.000 vor unserer Zeitrechnung bis 1650 n. Chr.: Die Paleo-Indianischer Kultur, die Archaische Kultur, die "Woodland"-Kultur, die Adena-Kultur, die Mississippi-Kultur und die "Fort-Ancient"-Kultur. Von etwa 1650 bis zur Ankunft der ersten weißen Siedler kämpften unterschiedliche indianische Stammesgruppen um die Vorherrschaft über das Land der großen Weiden ("Great Meadow"). Die Stämme der Shawnee drangen vom Norden über den Ohio River in das Territorium, während die Cherokee und Chickasaw-Stämme vom Süden über den Cumberland River kamen. Aber auch Stämme der Delawaren und der Wyandot durchstreiften die Region, da dies auch der Weg der großen Büffelherden von den Salzsümpfen bis hin ins heutige Illinois war.

Bezeichnenderweise betonen Politiker aus dem Raum Kentuckys stets, dass daher keine indianische Nation irgendeinen Besitzanspruch auf jene Landstriche ableiten könne. Sie vergessen offenbar, dass es bereits im Vokabular der meisten Indianersprachen zu diesem Zeitpunkt keine Begrifflichkeit von Landbesitz gab. Land bzw. Boden konnte man nicht "besitzen", dieser war lediglich geliehen.

Christopher Gist und Thomas Walker leiteten die ersten Erkundungs-Expeditionen zwischen 1750/51, doch der Ausbruch des Krieges gegen Frankreich und die Indianer 1754 während des Siebenjähriger Krieges unterbrachen jeden Ansatz das heutige Staatsgebiet weiter zu erkunden.

Jahrzehntelang hatte das Gebiet westlich der Allegheny Mountains für die amerikanischen Siedler nur als wildreiches Jagdgebiet gedient. Daher war es den Erkundungen Daniel Boones zu verdanken, der das Land erschloss und mit der Gründung von ersten Forts auch den Grundstein für spätere Städte legte.

Während des Unabhängigkeitskrieges orderte das britische Oberkommando von Detroit 1780 einen "Raid" tief ins Siedlungsgebiet des späteren Kentuckys hinein. Unter der Führung des Hauptmanns Henry Bird landeten 150-200 kanadaische Ranger bei Falmouth im heutigen Pendleton County an. In ihrem Gefolge hatten sie 600-800 indianische Verbündete, die zu den Shawnees, Ottawas, Huronen, Chippewas, Delawaren und Mingos gehörten und als zum Teil ehemalige Bewohner dieser Regionen allen Grund zur Rache an den dortigen Siedlern hatten. In blutigen und erbitterten Kämpfen, die von den amerikanischen Historikern zu den schlimmsten Auseinandersetzungen mit indianischer Beteiligung gezählt wurden, bekämpften sie die Grenz-Forts des Staates. Ihr Weg wird heute noch als "Bird`s War Road" bezeichnet. Auf ihrem hastigen Rückzug verschleppten sie rund 460 Siedler aus den umliegenden Gegenden auf britisches Einflussgebiet. Die Gefangenen wurden dabei ohne Rücksicht auf den familiären Zusammenhalt aufgeteilt. Eine Minderheit deportierten die Engländer nach Detroit, die meisten starben in indianischer Gefangenschaft.

1790 akzeptierten die Deputierten Kentuckys die Bedingungen Virginias bezüglich des Austritts, so dass die Verfassung des Bundesstaats im April 1792 endlich ratifiziert werden konnte. Schließlich, am 1. Juni 1792, wurde Kentucky zum 15. Bundesstaat der Union und Isaac Shelby, ein Held des Unabhängigkeitskrieges, zum ersten Gouverneur des jungen Commonwealths.

Im Vorfeld der Bürgerkrieges hatte der Staat aufgrund seiner immensen offenen Grenze über 1126 km zum Süden hin eine bedeutende Rolle bei den Fluchthelferaktionen für schwarzafrikanische Sklaven der Anrainerstaaten. Zahlreiche unterirdische Verstecke der so genannten "Underground Railroad" sind bis heute erhalten.

Am 20. Mai 1861 versuchte Kentucky durch eine Proklamation seine Neutralität im Sezessionskrieg zu wahren. Als jedoch am 3. September 1861 konföderierte Truppen in den Staat eindrangen und zahlreiche Städte brandschatzten, ergriff man Partei für die Union.

Zur allgemeinen Propaganda gehörte auch das Bedrucken von Visitenkarten und der Post mit politischen Parolen. In einer auf einem Briefumschlag damals von Illinois aus verbreiteten Karikatur kniet der befrackte Wolf der Sezession vor Rotkäppchen, das ein Banner der Union schultert. Er bietet ihr an Kentucky aus der Union herauszuführen - oder jeder anderen Staat, dies wäre die entscheidende Frage. ("The Secession Wolf" offering to lead Kentucky, "Or any other State," out of the Union. "That's what's the matter.")

Nach offizieller Sicht immer noch ein neutraler Bundesstaat sah die Realität anders aus: Oft kämpften nahe Verwandte auf beiden Seiten. So standen ca. 100.000 Kentuckier auf der Seite der Union, rund 40.000 Mann verfochten die Sache der Konföderation. Das strategische Potenzial Kentuckys hatten beide Armeen erkannt, sodass verschiedene blutige Scharmützel und zahlreiche Guerrilla-Raids auf dem Staatsgebiet stattfanden. Die als heftigste Schlacht angesehene ereignete sich in der Nähe von Perryville, wo 7.600 Soldaten starben und 5.400 verwundet wurden, als es dem Nordstaaten-General Don Carlos Buell aufgrund eines "akustischen Schattens" nicht gelang, die zahlenmäßig unterlegenen Truppen Braxton Braggs zu stellen.

Nach dem Krieg stellte man sich angesichts der aggressiven Unterdrückungspolitik der Nordstaaten während der Rekonstruktionsphase (1865-1877) demonstrativ auf die Seite des Südens.

Nach dem Niedergang der Hanfindustrie, die zuvor die meisten Säcke in den Staaten produziert hatte, veränderte die Kultivierung des so genannten "Burley Tabaccos" die Agrarlandschaft Kentuckys entscheidend. Mit diesem hochwertigen Produkt konnten erfolgreich neue Absatzmärkte erschlossen werden.

Als die "Kentucky Railway Company" die Schienenstrecke im Powell County 1886 erschloss, expandierte gleichermaßen die Zedernholzindustrie des Landes. Die bereits sechs Jahre zuvor begründete "Red River Lumer Mills"-Gesellschaft galt als die größte dampfbetriebene äüSgemhle des Staates. Um 1890 begann ein buchstäblicher "Run" auf Amerikas größte Zedern-Plantage in der Nähe von Clay City. Der Boom der Region nahm jedoch durch ein verheerendes Großfeuer der Mühlen und der Anpflanzungen 1906 ein unerwartetes Ende.

Im "Black Patch War" zwischen 1904 und 1909 drückte sich die Unzufriedenheit kleiner und mittelständischer Anbieter aus, die letztlich erfolgreich gegen das Tabakmonopol einiger weniger großer Anbieter ankämpften.

Die größte Umwälzung Kentuckys vom 19. bis ins 20. Jahrhundert drückte sich im Wandel vom Agrar- in einen Industrie-Staat aus, der während des Zweiten Weltkriegs beinahe abgeschlossen war. Neben der Textilien produzierenden war es vor allem die Kohle fördernde und Tabak weiterverarbeitende Industrie, die den Weg für weitere Fertigungszweige vorebnete. Aufgrund der Weltwirtschaftskrise 1930 waren viele Farmer und Minenarbeiter gezwungen, sich um Arbeit in den Städten zu bemühen. Es sollte allerdings bis 1970 dauern, dass mehr Arbeiter in den Städten als auf dem Land beschäftigt waren.

1936 richtete man den US-Staatsschatz mit seinen Goldreserven in Fort Knox ein.

In den Wintern 1936/1937 kam es in vielen Teilen des Staates zu katastrophalen Überschwemmungen, bei denen Tausende evakuiert werden mussten. In Louisville und Mayfield wurden ganze Straßenzüge unter Wasser gesetzt, als der Ohio River über die Ufer trat.

Seit der "Rekonstruktionsphase" war Kentucky eine sichere Bank für die Demokraten, bis sich in den 1990er-Jahren das Blatt zugunsten der Republikaner wendete, da diese ein günstigeres Wirtschaftsklima versprachen. Im Verlauf dieser Dekade gelang es der Administration, die Steinkohleförderung zu drosseln, den Tourismus als bedeutenden Dienstleistungssektor durch die Einrichtung von Naturschutzparks zu etablieren, den Verlust von Arbeitsplätzen zu kompensieren und das Programm der sozialen Fürsorge zu erweitern. Gerade der letzte "Punkt" wird allerdings in den letzten Jahren insbesondere durch Gouverneur Ernie Fletcher zurückgebaut.

Politik

Die Hauptstadt von Kentucky ist das eher ländliche Frankfort. Als Gouverneur amtiert zur Zeit Ernie Fletcher. Währenddessen wird Kentucky im Senat durch Jim Bunning und Mitch McConnell (beide Republikaner) vertreten.

Geographie

Kentucky begrenzt den Mittleren Westen und den tiefen Süden der USA. Es liegt zwischen West Virginia, Tennessee, Missouri, Illinois, Indiana und Ohio. Im Norden wird es durch den Ohio River begrenzt. Es gibt fünf Hauptregionen zu verzeichnen: die Cumberland Mountains, das Cumberland Plateau im Südosten, im Norden die Bluegrass Region, im Süden und Westen das Pennyroyal Plateau, auch bezeichnet als Pennyrile, die Kohlereviere im Westen und das Jackson Purchase im äußersten Westen.

Aus geographischer Sichtweise der US-Amerikaner sind manche der verschiedenartigsten Landschaftstypen innerhalb des Ostens der USA in Kentucky zu finden. Die "Eastern Coal Fields", eine rauhe, bergige Region, die stark bewaldet und von Flüssen durchschnitten wird, hat die höchsten Erhebungen aufzuzeichnen und liegt im sogenannten "River Valley". Der höchste Berg ist der "Black Mountain" im Harlan County mit 1292 m ü. d. M.. Der westliche Abschnitt der Region umfasst einen Großteil des Daniel Boone Nationalparks.

Die "geschäftige" Zentrale Kentuckys, die "Bluegrass Region", liegt im Norden des Bundesstaates. Davon nur durch eine Reihe von kleineren "Mittelgebirgshügeln", den "Knobs", getrennt, liegt das Mississippi Plateau.

Die "Western Coal Fields", welche im Norden und Nordwesten vom Ohio River begrenzt werden, gehören bereits zum Illinois-Becken.

Der südwestliche Teil des Staats ist eine tiefgelegene Ebene, die man das "Jackson Purchase" nennt. Hier liegt auch der tiefste Punkt Kentuckys im Fulton County im Verlauf des Mississippis, rund 86 m unterhalb des Meeresspiegels.

Die einwohnerstärksten Städte sind die Metropolen Lexington und Louisville, wobei letztere Stadt eine wesentlich größere innerstädtische Bevölkerung hat. Im nördlichen Kentucky gibt es eine größere Anzahl von Kleinstädten entlang des Ohios, die ebenfalls einen speziellen Ballungsraum ergeben.

Bevölkerung

Nach den Angaben der letzten Volkszählung im Jahre 2000 verzeichnete Kentucky eine Gesamtbevölkerung von 4.041.769 Einwohnern. Dies verteilten sich auf 89.3% Weiße, 7.3% Afro-Amerikaner, 1.5% Mittel- bzw. Lateinamerikaner, 0.7% Asiaten, und lediglich 0.2% Indianer.

Die Bevölkerung ist mit 76 Prozent überwiegend protestantischen Glaubens. Dazu gehören 43 % Baptisten und 7 % Methodisten. 13 Prozent der Gesamtbevölkerung sind Katholiken, 2 Prozent gehören einer freikirchlichen Gemeinschaft an und neun Prozent bezeichnen sich selbst als Atheisten.

Klima

In Kentucky erlebt man den Vorteil eines gemäßigten Klimas mit kühlen Wintern und warmen Sommern. Das Jahresmittel liegt bei rund 14 °C in einem Großteil des Landes. Die protokollierten Temperaturextreme schwanken zwischen -36,7 °C Cynthiana im Jahre 1963 und +45,6 °C in Greensburg im Sommer 1930. Dagegen sind im Winter Schneedecken von mehr als 60 cm in den Ausläufern der Appalachen häufig anzutreffen.

Fauna und Flora

Bis zur Ankunft der weißen Siedler waren die Ebenen und Wälder Kentuckys Heimat von umherziehenden Großsäugetieren wie dem Bison oder Elch. Heute findet man in der Regel lediglich kleinere Säugetiere, also Bisamratten, Füchse, Hörnchen, Hirsche, Kaninchen, Murmeltiere, Opossums und Waschbären.

Bei den Vogelarten ist jedoch eine deutlich größere Bandbreite vorzufinden: Vom Seeadler bis zum öZaunknig ist fast alles vorhanden. Typische Vögel sind der Rotkardinal, der so genannte "Staatsvogel", die Spottdrossel, der Saftlecker, der Eisvogel und diverse Spechtarten. Vom Westen des Bundesstaates hin zum Ohio River und Mississippi zieht sich eine der wichtigsten Zugvogelwege des Landes.

Selbst heute noch bedecken Wälder rund 40 % des Gebiets von Kentucky. Überwiegend sind es äLaubbume wie beispielsweise Ahorn, Birke, Eiche, Rosskastanie und Walnuss. Doch auch Nadelgehölze wie Hemlocktannen, Kiefern, Zedern oder Zypressen sind häufig vertreten. Charakteristische Pflanzen der Umgebung sind Rhododendren, Lorbeerrose, Heidelbeere, Goldrute und Minze.

Wirtschaft

Das Bruttosozialprodukt pro Kopf lag im Jahre 2000 bei $ 24.294. Die Agrarwirtschaft ist für ihre Pferdezucht berühmt, erwirtschaftet aber auch so profane Dinge wie Rinder, Molkereiprodukte, Tabak, Schweine, Sojabohnen, Getreide und Whiskey. Die Industrie produziert Automobilteile, chemische Produkte, Elektroartikel, Maschinen, Tabakprodukte und Kohle.

Kentucky-Wiskey

Als das neben den Pferden wohl bekannteste Produkt Kentuckys gilt zu recht der hier gebrannte Whiskey. Die Wurzeln einer der bedeutendsten Firmen, "Forman-Brown-Corporation", reichen bis 1872 zurück, als zunächst nur ein gewisser Mr. Brown in Louisville eine Brennerei gründete. Erst zwei Jahre später stieß sein Kompagnon Forman hinzu. Im Laufe der Jahre vergrößerte sich der Konzern stetig, um die Prohibitionszeit geschickt als einer der wenigen lizenzierten Produzenten von medizinischem Alkohol "über Wasser" zu halten. Darüber musste die Firma auch zur Herstellung von "fachfremden" Produkten wie z.B. Schießpulver zurückgreifen. Der Erwerb der "Early Times"-Brennerei 1935 und des bekannten Labels "Jack Daniels" waren weitere Meilensteine in der Geschichte des Unternehmens, das seine Produktpalette in den 1970er-Jahren mit dem Erwerb der Marken "Canadian Mist" und "Southern Comfort" abrundete. Eine Zusammenarbeit mit "Bacardi" sollte die öDistributionsmglichkeiten verbessen. Mit einem Gesamtumsatz von 2,58 Milliarden US-Dollar für das Geschäftsjahr 2003 gehört die Firma den erfolgreichsten Herstellern hochprozentiger Getränke, wenn auch alleine 80 Prozent des Gewinns in den Vereinigten Staaten erzielt wird. Vor diesem Hintergrund sind womöglich Spekulationen zu sehen, nach denen Brown-Forman sich als Sponsor in der Formel 1 engagieren möchte.

"Liquor Laws" - Alkoholverkaufsgesetze

Obwohl der meiste Bourbonwhiskey der Welt in Kentucky produziert wird, ist der Kauf alkoholischer Produkte in 61 von 120 Counties des Staates verboten. Die nebenstehende Karte veranschaulicht diese Gesetzgebung, die sich nur auf den Verkauf und nicht auf die Produktion erstreckt. In manchen Gemeinden darf Alkohol innerhalb der Stadtgrenzen veräußert werden - nicht aber im Zuständigkeitsbereit des jeweiligen Counties. Im Widerspruch dazu erlauben andere Kommunen den Erwerb von Spirituosen im County, nicht aber innerhalb der eigentlichen Stadtgrenzen. In 12 Counties ist hingegen lediglich die Menge des Ausschanks bzw. Verkaufs beschränkt, acht Verwaltungsbezirke erlauben einen liberalisierten Gebrauch auf Golfplätzen, und sechs Counties nehmen Weine von der Regelung aus. Insgesamt ist dies ein Paradebeispiel für die sehr unterschiedliche Gesetzgebung in einem US-Bundesstaat und eine Haltung, die Außenstehende eventuell als Anachronismus aus der Prohibitionszeit empfinden.

Wirtschaftsentwicklung

Am 4. August 2004 bekräftigte der deutsch-amerikanische Reifenproduzent Continental im Zuge seines Umsatzberichts, dass er durch Umstrukturierungsmaßnahmen trotz der im übrigen günstigen Prognosen die Reifenfertigung im US-Werk Mayfield in Kentucky zum Jahresende für unbestimmte Zeit einzustellen gedenkt.

Im November 2004 ließ die Firma verlauten, dass sie ihre führende Marktposition in den USA bei elektronischen Stabilitätskontrollsystemen (ESP) für Autos weiter ausbauen konnte. Nachdem die großen Herstellerfirmen aus Detroit angekündigt hatten, fast alle neuen Modelle serienmäßig mit dieser Sicherheitsausrüstung auszustatten, kann Continental die Auslieferungen von ESP-Systemen in den USA nach eigenen Angaben voraussichtlich verdoppeln.

Transport

Die öffentlichen Verkehrsmittel kann man in Kentucky nur als unzureichend bezeichnen. Der Staat ist erstaunlicherweise in bezug auf den Personenverkehr nicht an das Schienennetz angeschlossen. Am 18. Dezember 1999, zwanzig Jahre nach Einstellung des letzten Reisezuges, gab es einen Versuch, mit dem Kentucky Cardinal von Louisville nach Chicago den Schienenpersonenverkehr in Kentucky neu zu beleben. Dieser Versuch scheiterte jedoch mit der Wiedereinstellung am 6. Juli 2003. Die Greyhound-Busse fahren zwar die Interstates im Süden der großen Metropolen an, aber viele Ortschaften werden von ihnen vernachlässigt. Die Vielzahl der Mautstellen auf den Highways erforderten über lange Jahre hinweg für den Autofahrer zudem das ständige Bereithalten von Kleingeld. Nun sind der etliche "Turnpikes" (Mautstraßen) besonders im Westen des Staates seit 10 bis 15 Jahren abbezahlt und deshalb kostenfrei zu benutzen.

Wer in diesem Staat mit dem Flugzeug reisen möchte, wählt meist die "Drehscheibe" im nahen Illinois: Chicago. Der nächste Flughafen, der direkt von Deutschland aus zu erreichen ist, ist der "Cincinnati-Northern Kentucky International" Flughafen, der eigentlich in Kentucky selber liegt (Covington, KY; und deshalb auch das Kürzel "CVG" hat). Cincinnati befindet sich aber nördlich des Flusses in Ohio.

Sehenswürdigkeiten

· Kentucky Derby in Louisville;
· Cumberland Falls, ein Wasserfall, der unter Naturschutz steht;
· Mammoth Cave National Park (siehe Abb.), das weltweit größte Höhlensystem mit einer Gesamtlänge von über 300 km;
· Red River Gorge Geological Area, ein unter Naturschutz stehendes Canyon-System
· Besuch einer beliebigen Whiskey-Brennerei, wobei dort in der sogenannten "Dry Zone" bei Werksbesichtigungen kein Alkohol ausgeschenkt werden darf, sodass man nur Bourbon-Pralinen verteilt;
· Fort Knox, als Ort der Staatsreserven;
· Abraham Lincoln Birthplace National Historic Site in Hodgenville;
· Nationales Quiltmuseum in Paducah.

Berühmte Persönlichkeiten

· Muhammad Ali, Boxer, Olympiasieger und Schwergewichtsweltmeister, Louisville
· Alben W. Barkley, Vizepräsident, Graves County
· Daniel Boone, Erforscher Kentuckys, nicht in Kentucky geboren
· Kit Carson, Scout und Pionier, Madison County
· George Clooney, Filmschauspieler, Lexington
· Rosemary Clooney, Sängerin, Maysville
· Jefferson Davis, Präsident der Konföderation, Fairview
· Johnny Depp, Filmschauspieler, Owensboro
· Irene Dunne, Schauspielerin, Louisville
· Crystal Gayle, Countrysängerin, Paintsville
· David W. Griffith, Filmproduzent, Oldham County
· Lionel Hampton, Jazzmusiker, Louisville
· Abraham Lincoln, Präsident, Hodgenville
· Loretta Lynn, Countrysängerin, Butcher Hollow (Johnson County)
· Bill Monroe, Country-Musiker, Rosine (Ohio County)
· Thomas Hunt Morgan, Nobelpreis für Medizin, Lexington
· John Michael Montgomery, Countrysänger, Danville
· Don Rosa, Comiczeichner und -Texter, Louisville

 

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