Litauen

Unter Linienflüge oder Billigflug bzw Billigflüge können Sie direkt Ihre Flugbuchung vornehmen bzw. Ihre Flugtickets online buchen.

 

 

Politische Beziehungen

Die bilateralen Beziehungen Deutschland zu Litauen entwickeln sich weiter auf einer guten Grundlage. Historisch waren beide Länder bis zum Ende des zweiten Weltkrieges Nachbarländer und das frühere Memelland ist heute ein Teil von Litauen. Trotz aller Veränderungen haben sich die in der Vergangenheit begründeten Nähen und Gemeinsamkeiten auch heute noch als Nähen zwischen den Menschen fortgesetzt. Gerade auf Deutschland richtet sich ein Großteil der Erwartungen, die in Litauen heute im Gedanken an die eigene und gemeinsame Zukunft im Zusammenhang mit dem Beitritt des Landes zur EU und zur NATO gehegt werden. Deutschland hat sich als ein stabiler Partner erwiesen und diese Partnerschaft erscheint aus litauischer Sicht - auch angesichts der Erfahrungen mit der deutschen Wiedervereinigung - nun auch zur Bewältigung der im Rahmen der EU-Erweiterung anstehenden Aufgaben wichtig zu sein.

Ein reger Besuchsaustausch zwischen den Regierungen und Parlamenten, aber auch zwischen Vertretern der "richterlichen Gewalt", zwischen politischen Stiftungen und wissenschaftlichen Institutionen, sowie in den Bereichen der Wirtschaft, der Kultur und der Medien sorgt nun schon seit Jahren für einen sehr intensiven und lebendigen Dialog. Allein im Jahr 2003 haben in Vilnius am 16. Juni ein Besuch von Bundespräsident Rau sowie am 06. Mai und damit im unmittelbaren Vorfeld des litauischen EU-Referendums Konsultationen von Bundesaußenminister Fischer mit den Außenministern der drei baltischen Staaten Litauen, Lettland und Estland stattgefunden. Im September sind Bundesverfassungsgerichtspräsident Prof. Papier sowie die Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages Frau Kastner in die litauische Hauptstadt gekommen. Gegen Ende des Jahres hielt sich noch eine deutsche Wirtschaftsdelegation unter Leitung des Parlamentarischen Staatssekretärs beim Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit, Rezzo Schlauch, in Litauen auf. Von litauischer Seite besuchte Ministerpräsident Brazauskas im September und Staatspräsident Paksas im November 2003 die Bundesrepublik Deutschland.

Aus den deutschen Bundesländern sind allein zur AGROBALT-Messe im Mai 2003 die Landwirtschaftsminister aus Sachsen-Anhalt, Sachsen und Niedersachsen nach Litauen gekommen. Weitere Delegationen deutscher Parlamentarier kamen insbesondere aus Thüringen, Berlin und Bayern. Auf Länderebene zusammengestellte deutsche Wirtschaftsdelegationen kamen 2003 aus dem Saarland und Rheinland-Pfalz, aus Schleswig-Holstein, aus Sachsen und aus Berlin.

Besondere Höhepunkte in den bilateralen Beziehungen waren auch der diesjährige – mit Unterstützung der litauischen Nord/LB veranstaltete – Tag der Deutschen Einheit, zu dem – kurz nach seinem Deutschlandbesuch und Gesprächen mit Bundeskanzler Schröder und Bundespräsident Rau in Berlin – auch Ministerpräsident Brazauskas gekommen ist.

Am 28.08.2003 wurde an den langjährigen ehemaligen Abgeordneten und Leiter des jüdisch-christlichen Toleranzzentrums in Wilna, Emanuelis Zingeris, das Bundesverdienstkreuz verliehen.

Wirtschaftsbeziehungen

Deutschland ist der zweitwichtigste Handelspartner Litauens. Unter den ausländischen Investoren in Litauen steht Deutschland nach Dänemark und Schweden an dritter Stelle. Zu den deutschen Investoren zählen u. a. Siemens, Preussag und zahlreiche mittelständische Unternehmen. Aus dem Transform-Programm der Bundesregierung erhielt Litauen von 1994 bis 1999 Mittel in Höhe von über 20 Mio EUR. Die Schwerpunkte der bilateralen Maßnahmen der Beratung, Aus- und Weiterbildung sowie der technischen Hilfe liegen bei Vorhaben der Regierungsberatung mit zunehmender Schwerpunktverlagerung auf Fragen der EU-Integration.

Kulturelle Beziehungen

Die rechtliche Basis für die deutsch-litauischen Kulturbeziehungen auf staatlicher Ebene wurde mit dem am 21.07.1993 in Bonn unterzeichneten Kulturabkommen gelegt. Es wird ergänzt durch die gemeinsamen Protokolle der deutsch-litauischen Gemischten Kulturkommission vom 21.09.1994 in Vilnius, vom 22.10.1997 in Wiesbaden sowie vom 05.11.2003 in Vilnius.

Zur Unterstützung der jugendpolitischen Zusammenarbeit ist am 01.06.1994 zwischen dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und dem Ministerium für Kultur der Republik Litauen ein Ressortabkommen abgeschlossen worden. Ein deutsch-litauisches Kriegsgräber-Abkommen wurde am 04.07.1996 von den damaligen Außenministern beider Länder, Kinkel und Gylys, unterzeichnet. Seither wurden deutsche Soldatenfriedhöfe in Klaipeda, Kudirkos Naumiestis, Taurage, Kaunas, Siaulai und im Vingis-Park von Vilnius eingeweiht.

Seit 1998 hat sich das Goethe-Institut in Vilnius mit einem vielfältigen und anspruchsvollen Programm als angesehene Kultureinrichtung etabliert.

Im Jahre 2002 bildete die Teilnahme Litauens als Gastland auf der Frankfurter Buchmesse einen neuen Höhepunkt in den deutsch-litauischen Kulturbeziehungen. Ende 2002 machte die Ausstellung der ersten litauischsprachigen Bibel, die von dem 1602 verstorbenen ostpreußischen Pfarrer Bretke (Bretkunas) für die dort lebenden litauischsprachigen Gemeindemitglieder übersetzt worden war, auf die historisch enge Nachbarschaft von Deutschland und Litauen aufmerksam. Am 06. Juli 2003, dem 750. Jahrestag der Krönung des ersten litauischen Königs Mindaugas, wurde eine Ausstellung mit der wohl einzigen bis heute erhaltenen, früher in Königsberg und heute in Berlin aufbewahrten Urkunde von Mindaugas eröffnet.

Quelle - auswärtiges Amt