Österreich

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Politische Beziehungen

Deutschland und Österreich unterhalten als unmittelbare Nachbarn in Europa gute und vertrauensvolle bilaterale Beziehungen. Dies gilt auch für die Zusammenarbeit im EU-Rahmen. Das gute Einvernehmen spiegelt sich nicht nur in hochrangigen politischen Kontakten und Treffen von Parlamentariern wieder, sondern setzt sich über zahlreiche Verflechtungen in allen gesellschaftlichen Gruppen bis weit in die Privatsphäre fort. Angesichts einer Vielzahl von politischen und sozialen Herausforderungen, die sich in beiden Ländern ähnlich stellen, gilt den Vorgängen im Nachbarland gesteigerte Aufmerksamkeit.

Wirtschaftliche Beziehungen

Beide Volkswirtschaften sind eng miteinander verflochten - beim Warenhandel, bei den grenzüberschreitenden Dienstleistungen oder bei den jeweiligen Direktinvestitionen im anderen Land. Erst mit dem Beitritt Österreichs zur EU lässt sich eine Diversifizierung der Handelsströme feststellen.

Im Warenhandel ist Deutschland traditionell die Nr. 1 der österreichischen Abnehmerländer (Verbrauchsländer).

Allerdings sank der Beitrag Deutschlands an den österreichischen Warenexporten von 39% (1993) auf 32%. Der Wert der österreichischen Warenexporte nach Deutschland betrug 2002 nach österreichischer Statistik rund 25 Mrd. Euro.

Bei den österreichischen Gesamteinfuhren sank der Anteil aus Deutschland von 44,5% (1993) auf 40,3% (2002). Der Wert der österreichischen Warenimporte aus Deutschland betrug 2002 nach österreichischer. Statistik rund 31 Mrd. Euro.

Aus deutscher Sicht gehört Österreich beim Warenhandel zu den wichtigsten Absatzmärkten (7. Platz) und Lieferländern (7. Platz).

Bei den grenzüberschreitenden Dienstleistungen, hier liegen die Zahlen für 2002 noch nicht vor, gehen 40% der österreichischen nach Deutschland (2001). 1995 lag deren Anteil noch bei 46,3%.

Österreich importierte 35,6% seiner Dienstleistungen aus Deutschland (2001). Dieser Anteil hat sich seit dem EU-Beitritt Österreichs nicht verändert.

Der wichtigste Posten im Dienstleistungsverkehr ist für Österreich der Tourismus. Dabei machen die Touristen aus Deutschland, gemessen an den Ausländerübernachtungen, das Gros aus (62,4% insgesamt). Im Trend nimmt der deutsche Anteil ab, aber der absolute Wert liegt im Mittel der Jahre 1995-2002 bei 54 Mio. deutschen Übernachtungen pro Jahr.

Auch bei den Direktinvestitionen bestätigt sich die enge Verflechtung: Gemessen am Marktwert haben Direktinvestoren aus Deutschland einen Anteil von 46,5% am Marktwert aller ausländischen Direktinvestitionen. Der Marktwert der deutschen Direktinvestitionen in Österreich wurde von der Österreichischen Nationalbank (OeNB) mit 21,4 Mrd. Euro für 2001 berechnet (5,1 Mrd. Euro im Jahre 1993).

Die österreichischen Direktinvestitionen konzentrieren sich auf Deutschland, Ungarn, die Niederlande und die Tschechische Republik. Der Anteil Deutschlands als Zielland österreichischer Direktinvestitionen macht, gemessen am Marktwert, 15,2% aus. Die österreichischen Direktinvestitionen sind also nach Ländern stärker diversifiziert. Der Marktwert der österreichischen. Direktinvestitionen in Deutschland wird von der OeNB mit 4,2 Mrd. Euro veranschlagt.

Kulturelle Beziehungen

Der deutsch-österreichische Kultur- und Wissenschaftsaustausch ist so intensiv und vielfältig wie mit keinem anderen Land. Zahlreiche deutsche Dirigenten, Orchester, Musiker, Sänger, Regisseure, Theaterdirektoren und Schauspieler arbeiten häufig in Österreich und umgekehrt. Gleiches gilt für Gastprofessoren und Vortragende. Berufungen erfolgen oft grenzüberschreitend. Im Wintersemester 2003 studierten lt. Statistik des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur in Österreich insgesamt 5.701 deutsche Studenten (= 17,45% der ausländischen Studierenden), davon 784 (= 24,1% an dessen renommierten Musik- und Kunstuniversitäten). Rund 6.400 Österreicher studierten an deutschen Hochschulen.

Prüfungszeugnisse werden gegenseitig anerkannt (Deutsch-österreichisches Äquivalenzabkommen vom 13.06.2002, Abkommen über Gleichwertigkeiten in der beruflichen Bildung von 1990, EU-Anerkennungsrichtlinien). Da es in Österreich keine Zulassungsbeschränkung an Universitäten gibt, wird von Studienbewerbern mit ausländischem Reifezeugnis der Nachweis eines Studienplatzes im betreffenden Land als Voraussetzung für die Studienaufnahme in Österreich gefordert. Seit dem Wintersemester 2001 müssen deutsche Studenten denselben Studienbeitrag zahlen wie österreichische (363,36 EUR; 13,86 EUR Studierenden- und Versicherungsbeitrag).

Die Buchmärkte sind durch gemeinsame Sprache und Buchpreisbindung besonders eng verbunden. Zahlreiche österreichische Schriftsteller publizieren in deutschen Verlagen.

Für die Kulturbeziehungen engagieren sich in Zusammenarbeit mit der Deutschen Botschaft in Wien insbesondere die Österreichisch-Deutsche Kulturgesellschaft (Sitz in Wien und Sektionen in Linz und Graz) sowie der Wiener Goethe-Verein, die ältesten Goethe-Gesellschaft überhaupt. Das Goethe-Institut ist in Österreich nicht vertreten.

Die Medienmärkte sind eng verbunden: Genannt seien die Beteiligung deutscher Verlage an österreichischen Medienunternehmen, Koproduktionen in Rundfunk, Fernsehen und Film sowie die Kooperation bei 3sat und Arte. Intensive wechselseitige Berichterstattung führt zu vielen Gemeinsamkeiten und Überschneidungen in der öffentlichen Diskussion politischer, wirtschaftlicher, kultureller und sozialer Themen.

Quelle - auswärtiges Amt

 

Städte: Graz, Innsbruck, Klagenfurt, Salzburg und Wien.