

Schweden
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In der schwedischen Außenpolitik nimmt Deutschland, vor allem wegen seines europapolitischen und wirtschaftlichen Gewichts, einen bedeutenden Platz ein. Schweden misst Deutschland eine Schlüsselrolle bei der weiteren Entwicklung nicht nur der Europäischen Union, sondern Gesamteuropas bei. Deutschlands wirtschaftliche Stellung in Europa und das Wirken der Bundesregierung für die europäische Einigung finden in der schwedischen Öffentlichkeit immer Anerkennung.
Die deutsch-schwedische Zusammenarbeit zeigt sich in intensiven Kontakten auf allen Ebenen und in vielen Bereichen. Die Kontakte wurden durch den schwedischen EU-Vorsitz (1. Halbjahr 2001) weiter gestärkt. Die bilateralen Beziehungen sind weitgehend problemlos. Bundespräsident Rau stattete Schweden im Mai 2003 einen Staatsbesuch ab.
Im Außenhandel ist Deutschland – mit einem Anteil von einem Zehntel (2003: 10,4%) – nach den USA das zweitgrößte Zielland weltweit für schwedische Exporte. Unter den Ursprungsländern schwedischer Importe steht Deutschland mit einem Anteil von knapp einem Fünftel (2003: 18,8%) mit großem Abstand an erster Stelle. Der Wert der jeweiligen Güterströme betrug 2003 von Schweden nach Deutschland 9,5 Mrd. Euro, von Deutschland nach Schweden 14,3 Mrd. Euro. Statistisch hat damit im vergangenen Jahr jeder Schwede deutsche Güter im Wert von 1.596 EUR importiert – ein im europäischen Vergleich hoher Wert.
Die Zahl deutscher Unternehmensengagements in Schweden (Tochterfirmen, Beteiligungen, Filialen oder Repräsentanzen) liegt etwa bei 600, mit insgesamt rund 100.000 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von 25 Mrd. Euro. Regionale Schwerpunkte sind Stockholm, Göteborg und Malmö/Helsingborg. Dem stehen 700 schwedische Engagements in Deutschland mit ca. 144.000 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von 37 Mrd. Euro gegenüber. Regionale Schwerpunkte sind Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg und Berlin.
Die deutsch-schwedischen Kulturbeziehungen sind traditionell eng. Schweden war bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs kulturell auf Deutschland ausgerichtet. Erst danach erfolgte eine rasche Orientierung auf den angelsächsischen Kulturraum. Damit einhergehend wurde Deutsch durch Englisch als erste Fremdsprache abgelöst. Derzeit erlernen 99% aller Schüler als obligatorische erste Fremdsprache Englisch. Deutsch hält zwar noch immer die Spitzenposition als zweite Fremdsprache, steht aber in zunehmender Konkurrenz zu Spanisch.
Hauptträger der deutschen Kulturpolitik in Schweden ist das Goethe-Institut mit einer Zweigstelle in Stockholm; die noch bestehende Zweigstelle Göteborg wurde Ende 2001 geschlossen. Das Goethe-Institut konzentriert sich in seiner Spracharbeit besonders auf die Fortbildung der Lehrer in einem landesweiten Programm. Die Deutsche Schule Stockholm, eine Begegnungsschule, die bis zum Abitur führt und von ca. 540 Schülern besucht wird, genießt in der schwedischen Öffentlichkeit einen guten Ruf. 1991 wurde in Göteborg ebenfalls eine Deutsche Schule gegründet (Kl. 1-9, über 300 Schüler), die nach schwedischem Lehrplan unterrichtet.
Das Goethe-Institut wirbt in Zusammenarbeit mit den schwedischen Deutschlehrer-Verbänden und Universitäten gezielt an den Schulen für Deutsch. Es betreibt ferner aktive Werbung , um zum Zeitpunkt der Sprachenwahl Schüler (12/13 Jahre) und Eltern für Deutsch zu interessieren.
Mit den abnehmenden Deutschkenntnissen und dem zunehmenden kulturellen Angeboten aus aller Welt ist es schwieriger geworden, deutsche kulturelle Inhalte in Schweden zu vermitteln.
Deutsche Filme werden in Schweden zuletzt wieder häufiger gesehen und einige ("Goodbye Lenin", "Nirgendwo in Afrika") entwickelten sich zu Publikumserfolgen. Insgesamt ist die Verbreitung deutscher Filmproduktionen in schwedischen Kinos und im Fernsehen wegen der einseitigen Ausrichtung auf den angelsächsischen Raum gering.
Im Musik- und Theaterbereich gibt es regelmäßige Gastspiele deutscher Künstler in Schweden und umgekehrt, vor allem auf kommerzieller Ebene. Jedoch gibt es hier an der Basis auch einen relativ regen Austausch zwischen Vereinen, Kommunen und Schulen.
Deutsche zeitgenössische Literatur hat es in Schweden schwer und erreicht bis auf wenige Autoren (Grass, Enzensberger) nur selten eine breite Öffentlichkeit. Allerdings ist das schwedische Interesse an deutscher Weltliteratur der Vergangenheit groß. Schwedische Autoren gehören hingegen schon seit längerer Zeit zu den Konstanten am Deutschen Büchermarkt und haben dort z.T. ihre größten Erfolge (Mankell, Marklund, Fredriksson).
Zur Förderung der bilateralen Kulturbeziehungen hat Schweden das Projekt der Schwedenstraße lanciert, welches mit Unterstützung durch örtliche Partner zu einer Vielzahl von kleineren Projekten in den ehemals schwedischen Gebieten in Deutschland (vor allem in Mecklenburg-Vorpommern) geführt hat.
Einen positiven Beitrag zur Vermittlung deutscher Kultur in Schweden leisten die deutschen Auslandsgemeinden sowie die zahlreichen deutschen bzw. deutsch-schwedischen Vereine, vor allem in den Städten Stockholm, Göteborg und Malmö.
Das Deutschlandbild in den schwedischen Medien ist meist objektiv. Der Regierungsumzug in das näher gelegene Berlin und der Einsatz für die Fortentwicklung der Europäischen Union haben das Interesse an Deutschland belebt und mit häufigen Berichten auch über kulturelle Ereignisse verstärkt.
Quelle - auswärtiges Amt
Städte: Goeteborg, Stockholm, Växjö.