

Schweiz
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Politische Beziehungen
Beide Länder verbindet, nicht zuletzt aufgrund der im größten Teil der Schweiz gemeinsamen Sprache, ein gutnachbarschaftliches Verhältnis. Kontakte bestehen in großer Zahl sowohl auf ranghoher politischer als auch auf informeller Ebene. Alle deutschen Bundespräsidenten haben der Schweiz Besuche abgestattet, und es finden regelmäßige Konsultationen auf Außenminister- und Staatssekretärsebene statt. Dennoch hat sich im 1. Halbjahr 2004 gezeigt, dass eine weiter verbesserte Kommunikation erforderlich ist, die geholfen hätte, eine Reihe von Missverständnissen zu vermeiden bzw. ihre negative Auswirkung auf das bilaterale Klima zu dämpfen. Es handelte sich dabei um Maßnahmen Deutschlands und/oder der EU (Kontrollen an der Schengen-Außengrenze, Verzollung von Re-Importen, Schutz deutscher Anleger u.a.), die in der Schweiz als politisch motivierte Pressionsversuche interpretiert wurden, in Wahrheit aber technischer Natur waren. Auch der seit längerem andauernde sog. "Flughafenstreit" um das Anflugregime des Flughafens Zürich über deutschem Territorium ist von der Ebene der zwischenstaatlichen Beziehungen auf die eines regionalen Problems verlagert und damit entpolitisiert worden.
In gesellschafts-, wirtschafts- und außenpolitischer Hinsicht sind sich die Zielsetzungen der beiden Staaten ähnlich. Dies ist besonders durch die verstärkte Hinwendung der Schweiz zur Europäischen Union und die Mitgliedschaft in den Vereinten Nationen bedingt.
Wirtschaftliche Beziehungen
Die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen sind eng und vielgestaltig, trotz weltwirtschaftlicher Eintrübung ist der bilaterale Austausch gewachsen. Deutschland ist für die Schweiz der mit Abstand wichtigster Handelspartner: 2003 kamen 33,3% (25,9 Mrd. Euro) aller Importe aus Deutschland, 21,2% aller Exporte (19 Mrd. Euro) gingen dorthin. Beide Staaten sind für einander auch wichtige Investitionspartner. Der Gesamtbestand deutscher Investitionen beläuft sich auf 18,2 Mrd. Euro. Knapp 1.800 deutsche Unternehmen sind in der Schweiz tätig. Umgekehrt ist die Schweiz mit 21 Mrd. Euro, ca. 1.900 Unternehmen und 245.000 Beschäftigten sechstgrößter Auslandsinvestor in Deutschland.
Die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen der Schweiz und der Europäischen Union insgesamt haben sich mit dem dem Inkrafttreten der sieben bilateralen Abkommen am 1. Juni 2002 weiter intensiviert (Außenhandelsanteil 65%; USA 8%, Japan/China 3%).
Kulturelle Beziehungen
Die kulturellen Beziehungen sind infolge der Zugehörigkeit des größten Teils der Schweiz zum deutschen Sprach- und Kulturraum sehr eng und vielfältig. Es gibt alljährlich eine Fülle von Veranstaltungen auf allen Gebieten der Literatur, der bildenden Kunst und der Musik mit deutscher Beteiligung. Verschiedene der bekannten Museen und Theater in der Schweiz stehen unter deutscher Leitung.
Im Jahr 2000 betrug der Anteil ausländischer Professoren an Schweizer Universitäten 32 Prozent. Davon stellen deutsche Professoren in der Deutschschweiz mit 64 Prozent den weitaus größten Anteil. Insgesamt waren in der Schweiz 429 deutsche Professoren, im oberen Mittelbau der Universitäten weitere 650 deutsche Hochschullehrer tätig (Stand 2000). Im Studienjahr 2000/2001 studierten 4.520 Studenten aus Deutschland an schweizerischen Universitäten.
Die Medienlandschaft der Schweiz ist – gemessen an Einwohnerzahl und Größe des Landes – vielfältig. Deutsche Medien finden in der Schweizer Öffentlichkeit breite Beachtung. Dies gilt insbesondere für öffentlich-rechtliche und private Fernsehanbieter, die relativ hohe Einschaltquoten erzielen. Deutsche Printerzeugnisse sind landesweit erhältlich. Die Berichterstattung der Schweizer Medien über deutsche Politik, Gesellschaft und Kultur ist intensiv und kontinuierlich.
Quelle - auswärtiges Amt
Städte: Bern, Genf und Zürich.