

Spanien
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Politische Beziehungen
Die deutsch–spanischen Beziehungen sind traditionell sehr gut. Der tiefgreifende Wandel, den Spanien seit 1975 (Tod Francos) bzw. 1986 (Aufnahme in die EG) erlebte, der damit einhergehende vertiefte Austausch und die gemeinsame Mitgliedschaft in EU, NATO und WEU haben die Beziehungen zusätzlich gestärkt. Das bilaterale Verhältnis ist frei von historischen Belastungen und wird von einer positiven Grundhaltung der Bevölkerung in beiden Ländern getragenen. Der hochrangige Besucheraustausch ist dicht. In Deutschland leben heute ca. 130.000 Spanier, die ein gutes Beispiel für Integration ohne Aufgabe der eigenen kulturellen Identität darstellen. Ihre Zahl hat jedoch in den letzten Jahren kontinuierlich abgenommen (früher über 500.000). Umgekehrt leben nach neueren Schätzungen weit über 500.000 deutsche Staatsangehörige dauerhaft, d.h. länger als drei Monate im Jahr in Spanien. Hinzu kommen über 10 Mio. deutsche Touristen jährlich.
Vom 11.-13. November 2002 hat Bundespräsident Rau Spanien einen Staatsbesuch abgestattet. Vom 17.-19.03.2003 hielt sich Kronprinz Felipe zu einem offiziellen Besuch in Berlin auf.
Seit 1983 führen Deutschland und Spanien alljährlich bilaterale Gipfelkonsultationen unter Vorsitz der beiden Regierungschefs und Teilnahme zahlreicher Regierungsmitglieder durch (zuletzt am 3./4. November 2003 in Berlin). Hinzu kommt ein dichtes Geflecht von Arbeitsbeziehungen auf allen Ebenen. Am 28. April hielt sich der neu gewählte spanische Ministerpräsident Zapatero zu einem Arbeitsbesuch in Berlin auf. Am 13. September 2004 trafen Ministerpräsident Zapatero, Bundeskanzler Schröder und Staatspräsident Chirac zu einem trilateralen Gipfel in Madrid zusammen.
Wirtschaftliche Beziehungen
Deutschland ist nach Frankreich der zweitgrößte Handelspartner Spaniens. Die Bundesrepublik nimmt auch bei den industriellen Direktinvestitionen einen wichtigen Rang ein. In Spanien sind über 1.100 deutsche Unternehmen mit Tochterfirmen oder Beteiligungen vertreten, viele davon mit eigener Produktion. Eine wichtige Rolle in den Wirtschaftsbeziehungen nimmt nach wie vor der deutsche Tourismus ein.
Kulturelle Beziehungen
Zwischen Deutschland und Spanien herrscht ein reger und intensiver Kulturaustausch, wobei insbesondere das Interesse an Sprache und Kultur Spaniens (Literatur, Film) in Deutschland in letzter Zeit stark zugenommen hat.
Deutschland unterhält in Madrid und Barcelona Goethe-Institute mit Außenstellen in Granada und San Sebastián. Mit Kulturveranstaltungen, Sprachkursen und durch ihre Bibliotheks- und Informationsarbeit tragen sie zur Verbreitung eines vielschichtigen und aktuellen Deutschlandbildes bei. Hierbei werden sie durch eine 2001 gegründete Stiftung der deutschen Wirtschaft (Fundación Goethe España) unterstützt.
Neun deutsche Auslandsschulen in Madrid, Barcelona, Valencia, Bilbao, Sevilla, Málaga, San Sebastián, Santa Cruz de Tenerife und Las Palmas sowie zwei deutsche Berufsschulen in Madrid und Barcelona mit insgesamt ca. 6.000 Schülern leisten ihrerseits einen Beitrag zur interkulturellen Begegnung und werden durch die Entsendung von Auslandslehrkräften gefördert. Spanien verfügt damit über das größte deutsche Auslandsschulnetz weltweit. Das Deutsche Archäologische Institut unterhält in Spanien eine Abteilung.
Quelle - auswärtiges Amt
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