Zypern

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Aktuelle Lage in Zypern

Der Zypernkonflikt hat seine Wurzeln in den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts, als Großbritannien seine Kolonialstellung in Zypern aufgab und die Insel am 16. August 1960 in die Unabhängigkeit entließ. Nach einer kurzen Phase des Friedens zwischen den beiden Bevölkerungsgruppen der Insel, griechischen und türkischen Zyprer, entbrannte der Machtkampf, als der griechische Staatspräsident Makarios eine neue Verfassung verabschieden wollte, die Rechtsstellung der türkisch-zyprischen Bevölkerung verschlechterte. In der Folge forderten die türkischen Zyprier eine Teilung der Insel in zwei selbstständige Staaten. Die griechischen Zyprier hielten dagegen an einem Staat fest. Der Konflikt schaukelte sich kontinuierlich hoch, bis infolge landesweiter blutiger Unruhen 1963 Griechenland und die Türkei mit einem Eingriff ihrerseits in den Konflikt drohten. Die Entsendung von UN-Friedenstruppen im Jahr 1964 bewirkte einen Waffenstillstand, konnte den Konflikt im Kern jedoch nicht lösen. 1974 besetzte die türkische Armee schließlich den nördlichen Inselteil. Seither ist Zypern faktisch eine geteilte Insel; der griechische Teil bildet die - von den VN anerkannte - "Republik Zypern", der türkische Nordteil die nur von Ankara anerkannte, 1983 ausgerufene "Türkische Republik Nordzypern".

Bis heute müssen 1200 VN-Soldaten auf Zypern den Frieden sichern. Der Konflikt besteht innerhalb der Grenzen Europas und zusätzlich zwischen NATO-Partnern. Die beiden Teilstaaten sind politisch, geographisch und wirtschaftlich völlig voneinander abgegrenzt. Der Verständigungsprozess wird zusätzlich dadurch behindert, dass beide Konfliktparteien unterschiedliche Sprachen sprechen und unterschiedlichen Religionen angehören. Die politischen Gegensätze werden durch wirtschaftliche Interessenkonflikte verschärft. Mit der Zugehörigkeit Nordzyperns zur Türkei würde sich z.B. der Zugriff der Türkei auf einen drastisch vergrößerten Festlandsockel auch wirtschaftlich erheblich auf die Region auswirken.

Zahlreiche VN-Vermittlungsversuche der achtziger und neunziger Jahre zur Lösung des Konfliktes schlugen bisher fehl. Beide Konfliktparteien beharren grundsätzlich auf ihren Standpunkten. Mit dem Beitrittsgesuch der (griechischen ) Republik Zypern zur EU und dem Beginn der Beitrittsverhandlungen am 31.03.1998 verband sich die Hoffnung, mittels der Aufnahme Zyperns in die EU auch zu einer Lösung der Teilungsfrage zu gelangen. Der Beginn eines griechisch-türkischen Annäherungsprozesses nach dem Erdbeben 1999, direkte Gespräche zwischen den Präsidenten der beiden Inselrepubliken Klerides und Denktasch sowie der Vermittlungsvorschlag des Generalsekretärs der Vereinten Nationen, Kofi Annan ("Annan-Plan") setzten positive Signale.

Zu einem Durchbruch ist es dennoch nicht gekommen. Der Europäische Rat beschloss 2002 in Kopenhagen die Aufnahme der Republik Zypern - also nur des Südteils - in die EU. Am 1. Mai 2004 ist die Republik Zypern Vollmitglied der Europäischen Union geworden. Um dem Land die Möglichkeit zu geben, wiedervereinigt der Europäischen Union beizutreten, wurde beschlossen, im Vorfeld in beiden Teilen der Insel dazu eine Volksbefragung durchzuführen.

In den dann am 24.04.2004 abgehaltenen Referenden wurde jedoch nur für den Nordteil der Insel ein positives Ergebnis erzielt. Daher trat nun am 01.05.2004 nicht ein wiedervereinigtes Zypern der Europäischen Union bei, sondern nur der griechische Teil des Landes.

Quelle - Auswärtiges Amt

 

Städte: Larnaca, Nikosia und Paphos.